Liebe Leserin, lieber Leser, manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Seit Jahren beklagen sich Politiker und Journalisten über Hass und Hetze im Netz, die, so hören wir es immer wieder, stetig zunehmen und praktisch im Wochentakt die Grenze des Erträglichen endgültig überschreiten. Aber wenn einmal jemand etwas dagegen unternimmt, ist es auch wieder falsch. Jedenfalls sieht sich der Hamburger Innensenator Andy Grote scharfer Kritik in den Medien ausgesetzt, weil er eine Wohnung durchsuchen ließ, nachdem ihn jemand im Internet beleidigt hatte. Dabei ist der Mann selbstverständlich völlig im Recht, denn wenn, wie wir inzwischen alle gelernt haben sollten, Worte Gewalt sind, dann muss man angesichts der konkreten Formulierung (»Pimmel«) konstatieren, dass hier ein Sexualverbrechen vorliegt, und zwar an unserer Demokratie, schließlich handelt es sich beim Betroffenen um einen Amtsträger.…
